News und Updates
Wohin sonst noch, mein Koenig?

Letztes Update:
02/06/01
 

Letzte warme Mahlzeit:
31/01/01
 

© 2001 bei Steve Kups

Derzeit deaktiviert wegen Umbau
Die KupsKam ist derzeit deaktiviert.

Das Jahrtausend-Baby
© 1999 bei Steve Kups
V2.0
06.06.1999

»Mein Name ist Constan De Freut. Ich war das Jahrtausend-Baby.«

Dieser Satz wird meine Memoiren anführen, sollten sie jemals veröffentlicht werden. Falls sich überhaupt jemand für den Mist interessiert, den ich der Welt mitteilen möchte.

Wie bereits erwähnt, heiße ich Constan De Freut. Bitte ersparen Sie mir die Witze über diesen Namen, ich kenne sie alle.Seit meiner frühesten Kindheit. Ich war wirklich das damalige Jahrtausend-Baby. Damals, am 1.1.2000, um genau 0:00 Uhr wurde ich geboren.

Die Medien waren dabei. Meine Eltern waren dabei. Die ganze Welt war dabei.

An diesem schicksalsträchtigen Tag trug es sich zu, daß das Jahrtausend-Baby geboren wurde. Kein Mensch störte sich daran, daß das neue Jahrtausend erst mit dem Jahr 2001 beginnen würde. Ich muss schon damals bemerkt haben, daß die Menschheit unvorstellbar sinnlos ist. Wahrscheinlich ist mir in diesen frühen Jahren, in welchen ich meinen Spielgefährten scharfkantige Gegenstände über den Kopf haute, bereits bewusst geworden, wie hoffnungslos tief die Gesellschaft, in der ich steckte, in ihren eigenen Fäkalien saß.

Hier sitze ich nun, in der Todeszelle. Sie wollen meinem Leben ein Ende bereiten. Sie sagen, ich hätte fünfunddreißig Menschen bestialisch abgeschlachtet. Ihnen die Gedärme heraus gerissen.

Möglich. Vielleicht habe ich mich in der Tat von dem Blut dieser jungen Menschen ernährt. Vielleicht wollte ich, daß ein wenig von Ihrer göttlichen Lebenskraft in mein Leben übergeht und dies bereichert.

Vielleicht bin ich auch nur ein geisteskranker Psychopath.

Eine Bestie, ein Monster, für das der Tod eine Erlösung wäre.

Warum kann mich keiner verstehen?

Meine Taten sind Rufe, Rufe an die Unerreichbarkeit!

Kann sich jemand auch nur annähernd vorstellen, ein Leben geführt zu habe, wie das meine? Kann jemand auch nur annähernd ermessen, was ich als Kind durchlitten habe? Ich glaube, ich wußte, wie eine Fernsehkamera aussieht, bevor ich „Mama“ sagen konnte. Kennen Sie das Gefühl, völlig allein und abgeschieden, allein mit sich und seinen Gedanken und Träumen zu sein?

Ich habe es nie kennengelernt. Seit meiner frühesten Jugend war ich umgeben von neugierigen Journalisten, Reportern und Gewürm der niedersten Sorte, die alle in ihren gottverfluchten Magazinen berichten sollten, was ich doch für ein tolles Baby sei.

Extrapolieren Sie dies auf meine Zukunft, sei es nun Schule, Lehre oder spätere Arbeitsstellen. Merken Sie etwas? Ich war an keinem Punkt in meinem Leben ein einsamer Mensch. In der Schule verehrten mich meine Mitschüler, von denen ich mir bei den meisten nicht einmal den Namen merken konnte oder wollte. Sie bewunderten mich dafür, dass ich an einem bestimmten Tag geboren wurde. Was für Vollidioten!

Meine fünf besten Freunde aus dieser Zeit wurden meine ersten Opfer, damals, als ich etwa 15 Jahre alt war. Zugegeben, ich wurde mit der Zeit raffinierter. Diese wenigen Anfangsschwierigkeiten konnte ich problemlos durch mein mir von der Natur gegebenes Schauspieltalent abfangen und ausgleichen.

Ihre Leichen wurden niemals gefunden, soweit ich mich erinnern kann. Hätte auch keine Rolle gespielt. Ich habe mich immer bemüht, Zeichen zu hinterlassen. Die Narren waren lange Jahre zu blind, um zu erkennen, was ich wirklich war. Ich glaube manchmal, sie wissen es heute noch nicht.

Die letzten Aufzeichnungen eines zum Tode Verurteilten, am 2.03.2023 gegen 23:00 Uhr.