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Wohin sonst noch, mein Koenig?

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Freitag, 18.02.2000 (03:33 Uhr) – Gedanken zum Wochenende

Kennen Sie dieses Gefühl? Sie waren lange unterwegs, trafen viele Freunde und tranken harte Getränke bis zum Erbrechen? Dann kommen Sie nach Hause, froh, trotz des sehr bedenklichen Zustands noch das Automobil wiedergefunden zu haben? Gerade eben habe ich das meinige wieder in recht unvorteilhafter und illegaler Weise nach Hause gesteuert.

Glücklicherweise bemerkte mein Mitbewohner an dem aussagekräftigen „Whump!“, mit welchem ich an der Hausmauer andockte, meine bevorstehende Heimkehr und öffnete mir die Tür, bevor ich meinen geliebten Nachbarn Näheres über den Verlauf meines Abends mitteilen konnte. Spielverderber.

Sollten mich jemals Vertreter des Gesetzes in dieser Verfassung aufhalten, sind sie meiner Meinung nach voll berechtigt, mich an Ort und Stelle standrechtlich und ohne weitere Verhandlung mittels eines Schusses zwischen die Augen aus dem Leben zu nehmen.

Aber soweit muss es ja nicht kommen, da ja selbstverständlich alles, was ich an dieser Stelle schreibe, niemals ernstgenommen oder gar nachgeahmt werden sollte.

Mein geliebter Cousin Anderl merkte bei seinem alltäglichen Besuch heute an, dass ich wohl langsam Gefahr liefe, durch meine übliche Ausdrucksweise in eine bestimmte Ecke gedrängt zu werden. Nach kurzem, gewaltvollen und ungläubigen Nachfragen gestand er dann flugs, dass ihm der nahezu inflationäre Gebrauch von Kraftausdrücken und Schmähworten in meinen bisherigen Artikeln überdeutlich gewahr wurde (Schreibt man „gewahr“ nun in diesem Zusammenhang eigentlich klein oder nicht? Ich glaube eher nicht. Egal.).

Ich wäre nicht der gerechte Herrscher, der ich bin, hätte ich seine Aussage nicht augenblicklich auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Zu meinem übergroßen Leidwesen muss ich eingestehen, dass er absolut und völlig Recht hatte. Meine vergangenen Kolumnen waren geprägt durch den exzessiven Gebrauch schmutzigster Worte, bei denen sich selbst meine Oma, die den Krieg noch miterleben durfte, spontan erbrechen würde. Die nach eigenem Bekunden sogar damals eigenhändig des Führers Pranke geschüttelt hatte, als er während des ziemlich unhübschen Weltkriegs V2.0 kurz in unserem beschaulichen Dorf verweilte.

Und das will was heißen.

Auch wenn ich nicht genau weiß, was eigentlich.

Aber egal, ich schweife schon wieder einmal ab. Von was auch immer.

Ich beschloss auf jeden Fall spontan, in meinem heutigen Schriftwerk den Gebrauch von nicht jugendfreier Sprache vollkommen zu vermeiden, nur um diesen froschfickenden, scheißefressenden, von Gott ins Leben gekackten Söhnen von eintausend Hurenmüttern zu zeigen, dass ich derlei Stilmittel nicht benötige, um meine Texte einigermaßen interessant und lesbar erscheinen zu lassen. Dummerweise habe ich gerade selbst beim Schreiben bemerkt, dass mir dies nicht immer hundertprozentig zu gelingen scheint.

Scheiß darauf.

Blöd ist nur irgendwie, dass ich vom Schreiben dieser Kolumnen hier selbst dann nicht einmal annähernd leben könnte, wenn ich Geld dafür bekäme. Was wohl bedeutet, dass ich sowohl meinen Schreibstil als auch meine Einstellung dem Leben gegenüber noch ein wenig überarbeiten sollte, sofern ich weiterhin die Hoffnung hege, jemals ein normales Buch veröffentlichen zu wollen.

Im Moment würde wahrscheinlich alles, was ich an „normaler“ Prosa verfasse, zu Recht im reinigenden Feuer auf den jeweiligen Dorfplätzen zu Asche verwandelt werden.

Ganz zu schweigen von der seelischen Pein, die ein Lektor bei der Durchsicht meiner Ergüsse zwangsläufig erleiden müsste. Ich muss wohl noch viel lernen.

Aber auf der anderen Seite... Die Tatsache, dass es nicht wenige Lebewesen gibt, die Sachen wie das hier lustig finden... Vielleicht bewege ich mich irgendwie auf der richtigen Schiene. Vielleicht hat sich die Welt in der Zwischenzeit weitergedreht und ich kann mit solchem Blödsinn wie diesem hier irgendwann einmal reich werden. Einfach nur, weil ich Menschen, die gerade traurig, depressiv oder betrübt sind, damit zum Lachen bringe.

Ist Euch eigentlich jemals klar geworden, dass ich diesen pseudo-humorvollen Quatsch hier nur schreibe, weil ich selbst ziemlich arge Angst vor dem Sterben habe und Euch ansonsten alle töten müsste? Erstaunlich, auf welch wesentliche Dinge sich das Leben zuweilen reduziert, nur weil man am Vortag mal wieder eine bedrohliche Magenkolik hatte, die man trotz aller Unkenrufe niemals ernstnehmen wird.

Falls es im Augenblick noch immer Menschen gibt, die das hier mitlesen, möchte ich Euch hiermit aus den tiefsten Schlünden meines dunklen Herzens danken. Ich hasse Euch trotzdem.

Ich bin nichts weiter als ein trauriger Bastard, der lediglich geliebt werden möchte.

Sollte dies bei irgend jemandem Herzschmerzen verursachen, seid Ihr hiermit herzlich dazu eingeladen, mir ein paar aufmunternde Worte zu schreiben. Meine Emailadresse erhaltet Ihr beim Verfassungsschutz, den örtlichen Polizeibehörden oder dem Impressum dieser Seiten.

Auch böse Menschen brauchen gelegentlich ihre Streicheleinheiten.

Eigentlich ist es schon wieder mies, dass ich meine Kolumne für mein triviales Winseln missbrauche, aber Farlion hat ja eigentlich keine andere Wahl, als diesen Dreck zu verwenden, weil er immer hoffnungslosen Mangel an guten Beiträgen für seine Seite hat.

Dies sei gleichzeitig eine Aufforderung an Euch alle da draußen, Euch mit mehr oder weniger lustigen Texten an der Institution „Kampfratte“ zu beteiligen.

Wisst Ihr unwürdigen Seelen eigentlich, wie viel Zeit, Blut, Schmerz und Tränen in einer Seite wie dieser stecken, die nur dem Zweck der Erheiterung dient? Ohne dies jemals auf irgendeine Art und Weise belohnt zu bekommen? Widerlich. Manche Kriege sind während ihres Verlaufes lustiger aufrecht zu erhalten als eine humorige Webpage.

Sollte es irgendwo da draußen Menschen geben, die sich befähigt sehen, zu schreiben...

Tut es, dreckige Bastarde! Oder garstige Spinnen sollen Eure Seelen fressen.

Lasst die Welt teilhaben an Eurem Leid, indem Ihr sie zum Schmunzeln bringt.

Es ist noch nicht einmal schwer. Jeder, der meine vergangenen Kolumnen oder meine Ego-Page kennt, weiß, dass ich problemlos große Mengen an Buchstaben verbrauchen kann, ohne dabei auch nur im Geringsten etwas Sinnvolles auszusagen.

So etwas könnt Ihr anderen Penner auch, Ihr müsst Euch nur ein Herz fassen und in die Tasten kotzen, wie ich es tue.

Wenn es Euch irgendwie dabei hilft, trinkt dabei oder dazu große Mengen an Alkohol.

Oder nehmt gar eine Droge Eurer Wahl. Selbstverständlich ohne Euch dabei von mir zu einer Straftat verleiten zu lassen, denn so was ist strafbar, böse und schlecht. Mit ein wenig Pech muss man für solche Sachen dem Pfarrer bei der Beichte einen blasen oder sich über den Beichtstuhl bücken. Und das ist reichlich ekelhaft, glaubt dies einem ehemaligen Christen, der auch heute noch nach all den Jahren Probleme mit dem Sitzen hat.

Sollte aber der Fairness halber eingestehen, dass aus solchen Sachen lustige Zeitvertreibe wie „Scheiß in den Opferstock, wenn keiner hinsieht“ entstanden. Und das stammt nicht einmal von mir. Habe ich schamlos von Warren Ellis geklaut, einem meiner großen Vorbilder in diesem Leben. Sollte dieser Mann jemals eine eigene Religion gründen, ich wäre sein erster und fanatischster Jünger. Und dies, obwohl ich selbst eine beachtliche Zahl von Lemmingen aufweisen könnte, die in meinen Fußstapfen folgen.

Aber so funktioniert wohl die Welt, nicht wahr?