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22.12.2000 (09:52 Uhr) - BSE
Sieht so aus, als käme keine hochstehende Zivilisation ohne eine nette kleine Seuche aus, welche
in der Lage ist, sie auf unappetitlichste Art und Weise dahin zu raffen. Wer auch immer im Multikosmos dafür zuständig ist, diese leckeren Seuchen unter allen Lebewesen zu verteilen, ihm scheinen die
hochentwickelten Zivilisationen inzwischen ausgegangen zu sein, da es nun auch uns erwischt hat.
Während AIDS inzwischen trotz seiner allgegenwärtigen Präsenz nur mehr ein Schreckgespenst zu
sein scheint, mit welchem man kleine Kinder oder deren pädophile Freunde erschrecken kann, ist die Bedrohung durch BSE jedem von uns nur all zu bewusst. Kein Magazin, keine Nachrichtensendung, kein lästiger
Passant auf der Straße kommt an dem Thema vorbei. Jeder hat etwas mehr oder weniger Bedeutungsschwangeres dazu beizutragen, um die aufkeimende Massenhysterie nicht einmal rudimentär einschlafen zu lassen.
Erst vor wenigen Tagen wurde laut einer Nachrichtenmeldung entdeckt, dass nun auch eine Handvoll
Elche in Kanada von einer Variante der lustigen Endjahrtausends-Seuche befallen sind. Konsequent wie der Mensch nun einmal ist, wurden darauf hin knapp 1500 der geweihtragenden Loser auf humane Art und Weise aus dem
Leben in den Tod befördert.
Es steht zwar noch nicht einmal mit Sicherheit fest, ob es sich bei der Elch-Krankheit wirklich
um eine Abart des beliebten Rinderwahnsinns handelt, aber sicher ist sicher. Interessant ist dabei übrigens, dass der erste bekannte Fall dieser Krankheit bereits im Jahre 1974 auftrat. Und wer war 1974 Präsident
der Vereinigten Staaten von Amerika? Richtig, kein Geringerer als Richard Nixon. Hiermit wäre also der potentielle Schuldige an der ganzen Misere schon einmal eindeutig ausgemacht.
Bemerkenswert ist übrigens auch, dass bisher kein einziger Fall von BSE in freier Wildbahn
diagnostiziert wurde, betroffen zu sein scheinen ausschließlich die dummen Viecher, die sich von uns hochstehenden Menschen zum Zwecke der Schlachtung domestizieren ließen. Wenn ich nun eine entsprechende
Gedankenbrücke aufbaue und theoretisiere, wie viele an AIDS erkrankte Menschen sich in den vergangenen Jahren wohl an schutzbefohlenen Rindern in sexueller Art und Weise vergangen haben mögen, wird mir nicht nur
erst einmal gehörig schlecht. Sondern ich beginne, einen Zusammenhang zu erkennen.
Der natürlich vermutlich absolut jeder Grundlage entbehrt und nur dazu dient, die Fantasie des
panikbereiten Menschen ein wenig zu beflügeln.
Apropos beflügeln: Was glauben Sie wohl, wie hoch die statistische Zahl von Männern ist, welche
alleine im vergangenen Jahr dabei erwischt wurden, als sie ihre dicken Dödel in aufgeregt gackernde, freilaufende Landhühner steckten? Ich werde es hier nicht erwähnen, um niemandem den Appetit an seinem leckeren
Frühstücksei zu verderben. Nur soviel sei gesagt: Schämt Euch was, Ihr perversen Schweine! Mehr Glück haben da die Geflügel in den diversen Legebatterien. Sie werden seltener von Menschen gefickt. Und wenn
doch, dann empfinden sie es als eine angenehme Abwechslung und Bereicherung ihres Daseins.
Mal abgesehen von dem Huhn, dessen Kopf neulich in frittierter, aber noch komplett erhaltener
Form in einer handelsüblichen Portion Pommes bei einer weltweit beliebten Fast-Food-Kette aufgefunden wurde. Experten vermuten gewählten Freitod aufgrund von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz.
In einem Restaurant für asiatische Spezialitäten unweit von hier fand man kürzlich angeblich
die halbverzehrten Überreste eines Schäferhundes und eines Pudels in der Gefriertruhe. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass diese leckeren Fleischprodukte auf der Speisekarte in anderer Form beworben wurden.
Spaßig auch immer wieder die Berichte aus Gesundheitsamtkreisen, welche von der Schließung
diverser Dönerbuden berichten, wo der Chef selbst noch die Soße etwas verfeinert hat. Oder gutbürgerliche Gaststätten, wo es noch zu den Aufgaben der stämmigsten Küchenburschen gehörte, der Ente während der
Zubereitung eine ordentliche Füllung zu verpassen.
Was will uns der fettgefressene Kups mit all diesem Gelaber denn nun eigentlich sagen, werden
sich die eher langsam denkenden Menschen unter meinen Lesern vermutlich gerade fragen. Und weil sich dies so schön reimt und weil bald Weihnachten ist, werde ich es auch für die kompletten Dussel unter Euch noch
einmal ganz langsam mit wenigen Worten verraten.
Wir werden alle sterben. Früher oder später. No way around it. Ob es nun an Creutzfeldt-Jakob,
AIDS, schlechtem Fernsehprogramm oder der Missgunst durchgeknallter Mitmenschen passiert, spielt doch letztendlich überhaupt keine Rolle.
Jede Art von Hysterie und Panik, wie sie derzeit mal wieder aufkommt, ist nicht einmal im Ansatz
in der Lage, an den ursächlichen Problemen etwas zu beheben. Menschen rennen aufgrund jeder lustig durch die Medien gehypten Seuche wie ein schnatternder und gackernder Geflügelhaufen durcheinander, ohne
überhaupt zu kapieren, wodurch viele Krankheiten und Probleme der heutigen Zeit überhaupt erst entstehen konnten.
Für mich führt die gute alte Erde derzeit einen durchaus effektiven Selbstreinigungsprozess von
dem Virus durch, der sie in den vergangenen Jahrtausenden mehr und mehr versaute und verdarb. Dem guten, alten und ach so hochzivilisierten Menschen. Und ich kann darin nicht einmal im Ansatz einen Nachteil für den
Rest des Universums erkennen.
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