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Dienstag, 04.07.2000 (03:25 Uhr) – Comische Welt
Jüngst trug es sich zu, dass ich einen nicht geringen Teil meiner spärlich bemessenen Freizeit
auf einem heiteren Zusammentreffen verschiedenster Kulturkreise verbrachte. Die Rede ist hierbei natürlich vom allseits beliebten und bekannten Comic-Salon in Erlangen, der vor wenigen Tagen in der fränkischen
Idylle stattfand.
Gewarnt seien an dieser Stelle schon alle, die nun eine meiner üblichen heiteren Kolumnen
erwarten. Im Gegensatz zu diesen geht es hierbei nämlich zu einem nicht geringen Teil um Sachen, die mit meinem Tagewerk zu tun haben. Arbeit ist nun bekanntlich eine ernsthafte Daseinsvertrödelung, der selbst ich
mit einem gewissen Respekt begegne. Der übliche „Lacher-pro-Absatz-Faktor“ wurde in diesem Fall also von mir um ein gerüttelt Maß reduziert. Wenn Ihr billige Lacher sucht, seht Euch gefälligst in Eurer
eigenen Arbeitsumgebung um.
Aber zurück zu Erlangen und dem Comic-Salon. Oder „Comic-Saloon“, wie es eine der reichlich
sprachdebilen Ausruferinnen am Mikrofon des Öfteren verlauten ließ.
Immerhin zwei komplette Tage hielt ich es dort aus. Die Temperatur in den Hallen bewegte sich in
Höhen, die manch schwächere Kreatur zur augenblicklichen Aufgabe ihrer Existenz animiert hätte. Nicht so mich, den Mann mit Eis in den Adern.
Ich vermute jedenfalls, dass es geschmolzenes Eis war, was mir da literweise in großen
Sturzbächen aus den Poren tropfte, als ich mich dickleibig und keuchend durch die Menschenmassen bewegte. Genau kann ich es nicht sagen, da mir der Schweiß in meinen Augen jede Art von normaler Sicht unmöglich
machte. So mancher nette Mensch, mit dem ich in diesem Zustand ein angeregtes Gespräch führte, entpuppte sich innerhalb kürzester Zeit als Baum, Standaschenbecher oder Art Dekor-Stuhl.
Selbstredend, dass ich mich durch solche Widrigkeiten nicht aus dem Konzept bringen ließ, selbst
wenn ich eines gehabt hätte. Unverdrossen bahnte ich mir meinen Weg von Stand zu Stand, beäugte kritisch die feilgebotene Ware und verschiedene leichtbekleidete Messebabes, die für meinen Geschmack immer noch
reichlich winterlich angezogen waren. Die Gedanken, die ich mir dazu machte, waren jedenfalls ausgesprochen sommerlich und in keinster Weise jugendfrei.
Versteht sich auch von selbst, dass ich am ersten Tag der einzige war, der im dick gepolsterten,
wenn auch halbwegs gepflegten Anzug herumlief. Dass ich den verschissenen Anzug überhaupt erst angezogen hatte, bereute ich bereits auf der Fahrt nach Erlangen. Diese vollzog ich mit meinem legendären, von mir
heißgeliebten schwarzen Auto. Klar, dass so etwas nicht ohne Konsequenzen ablaufen konnte.
Während der gesamten Reise, die immerhin diesmal eine knappe Stunde von meinem Wohnort aus
betrug, hatte ich mich eifrigst bemüht, nicht ein einziges Stäubchen auf meine frisch gereinigte Anzughose geraten zu lassen. Kein leichtes Unterfangen, wenn man so wie ich zu den Menschen gehört, die sich
während einer solchen Fahrt für gewöhnlich mit großen Mengen an Junkfood voll stopfen.
So auch an diesem Tag. Bereits zu Beginn meiner Reise hatte ich kurz am örtlichen
Burger-Drive-In Halt gemacht und beachtliche Mengen an fettreicher Nahrung zu mir in die Fahrkabine werfen lassen. Mit einem Glück, welches mir bis heute selbst unheimlich ist, gelang es mir jedenfalls, während
der Fahrt zwei große Burger und einen 9er-Pack Hähnchenteile inklusive Dipp-Sößchen nebst Kaltgetränk zu verzehren, ohne dabei irreparablen Schaden an meiner Bekleidung anzurichten.
Meine Freude darüber hielt genau so lange an, bis ich schließlich Erlangen erreichte und mich
zwecks Orientierung nach dem Veranstaltungsort für einen Moment aus dem Auto begab, um eine Karte zu studieren, die mir ein Weiser gezeichnet hatte. Spätestens in dem Augenblick, als ich wieder einstieg und meine
Anzughose mit einem lauten „Ratsch!“ meinen Arsch luftig werden ließ, wurde mir klar, dass dieser Tag schon mal nicht der meine war.
Gottlob gehöre ich zu den Idioten, die selbst auf einem solchen Kurztrip zum „Overpacking“
neigen und immer eine Ersatzhose im Kofferraum liegen haben. In diesem Fall war’s zwar nur eine schwarze Jeans, die um einiges enger und wärmer war als das geplatzte Beinkleid, dies konnte mir jedoch den Tag
nicht noch mehr versauen, als es ohnehin schon der Fall war.
Gut gelaunt erreichte ich also den Veranstaltungsort und machte mich auf die Suche nach einem
adäquaten Parkplatz. Logisch, dass sich im Umkreis von zwanzig Häuserblocks keiner finden ließ, der den Wünschen des gestrengen Gesetzgebers Genüge geleistet hätte. Kurzentschlossen stellte ich mich einfach
hinter einen RTL-Sendewagen ins absolute Halteverbot. Höchst illegal, dafür aber keine fünfzig Meter von der Veranstaltungshalle entfernt. Glücklicher Bastard der ich bin, bekam ich auch während der vollen zwei
Tage, die ich dort parkte, nicht einmal einen Strafzettel. Nyah-nyah-nyah, Parkuhr-Marshals! Victory was mine!
Mein erster Weg auf der Messe führte mich zum Stand von Marvel Comics Germany. Für diesen mir
sehr sympathischen Verlag hatte ich als freischaffender Mitarbeiter ein paar sinnreiche Artikel geschrieben. Bizarrerweise gelang mir dies sogar, ohne heimlich irgendwelche Fäkalismen einzubauen. Diesem Umstand
verdanke ich es wahrscheinlich, dass ich von den Leuten dort nett begrüßt und willkommen geheißen wurde.
Jedenfalls lernte ich endlich mal den ganzen Marvel-Haufen kennen, mit dem ich bis dato nur per
E-Mail oder Telefon kommuniziert hatte. Völlig untypisch für mich grüße ich hiermit auch folgende Leute aus dem Verlag inmitten einer meiner Kolumnen:
- Reinhard Schweizer, weil er ein lieber Kerl ist
und eine furchtbare Frisur hat, die eigentlich nur noch von der meinigen übertroffen wird. Sehr amüsanter Gesprächspartner mit Durchblick.
- Bernd Glasstetter, weil er schon einige
reichlich sinnleere Mails von mir mit großer Fassung ertragen hat und besser HTML spricht, als ich deutsch.
- Tony Verdini, weil er der König von Marvel ist
und mir ein T-Shirt geschenkt hat. Und ein Belegexemplar des aktuellen Spider-Man-Schubers. Guter Junge.
- Gabriele el Hag, weil mich unser telefonischer
Erstkontakt sehr zum Lachen brachte. Da ich meine Einstiegsrechnung für redaktionelle Arbeiten etwas missverständlich formuliert hatte, hielt sich mich für einen Journalisten, der für die Rezension von Comics
Geld verlangte. Ich konnte dieses Missverständnis gottlob noch aufklären, bevor sie einen Hochfrequenzton durch die Telefonleitung schickte, der mich wohl augenblicklich getötet hätte.
- Frank Borsch, mit dem ich mich leider nur viel
zu kurz unterhalten habe. Aber es gibt ja noch mehrere Veranstaltungen dieser Art. Und E-Mail haben wir ja auch alle.
Vermisst habe ich eigentlich nur Michael Strittmatter, den ich endlich auch mal kennen lernen
wollte, der sich aber vermutlich mit irgendwelchen losen Frauen auf einer Südsee-Insel herumtrieb und seinen durchs Übersetzen verdienten Reichtum verschleuderte, während wir anderen auf der Messe schwitzten.
Dann halt beim nächsten Mal.
Lustig fand ich auch die akrobatisch anmutenden Menschen weiblicher und männlicher Herkunft, die
sich auf mächtigen Hochstelzen in wirre Kostüme gekleidet über den Köpfen des niederen Volkes bewegten. Ich konnte gerade noch der Versuchung widerstehen, lustige Schnürsenkelfallen zu errichten.
Angetrieben von Rastlosigkeit und der nicht geringen Temperatur driftete ich im Verlauf des
ersten Tages auch in die etwas abgelegene Halle, in welcher der “andere” Verlag seine Zelte aufgeschlagen hatte. Dies nicht, weil ich mich einmal als Übersetzer für den Laden verdingt hatte und Heimweh bekam,
sondern weil mir jemand erzählte, es gäbe dort am Stand eine Klimaanlage. Weit gefehlt, abgesehen von einer Handvoll lumpiger Ventilatoren, von denen einer sogar aus war (es war der, vor dem ich stand), war es
dort genauso unerträglich heiß wie auf dem Rest des Geländes.
Nichtsdestotrotz lief ich artig im Kreis und begrüßte alle mir bekannten Personen mit
Handschlag. Bis auf eine einzige Person, die ich lieber mit Genickschlag begrüßen sollte, wenn ich sie mal wieder sehe. Wie ich nämlich am nächsten Tag erfuhr, hatte mich dieser reizende Mensch inzwischen zu
seinem persönlichen Anti-Christen auserkoren. Mildtätige Menschen, die es tatsächlich wagten, mir aus dem verlagseigenen Kühlschrank ein Getränk anzubieten, wurden von ihm doch tatsächlich angefaucht, dass sie
derlei verwerfliches Tun in Zukunft zu unterlassen hätten sollen.
Ich erfuhr davon erst am nächsten Tag, war aber reichlich schockiert aufgrund solch unerwarteter
„Professionalität“. Da solche Dinge selbst über den von mir praktizierten Menschenhass hinausgehen, werde ich dazu auch keinen großen Kommentar mehr abgeben. Lediglich den innigen Wunsch äußern, dass dieser
Mensch die selbe seltene Blutgruppe hat wie ich und eines Tages mal auf eine Blutspende von mir angewiesen sein möge. Gutmütiger Volldepp der ich bin, würde ich sie ihm wahrscheinlich auch noch geben. Hoffentlich
aber vorher reinpissen.
Gottlob ist diese Type nicht stellvertretend für den Verlag zu sehen, für den er arbeitet. Mit
großer Freude traf ich dort auch Mitarbeiter, denen meine uneingeschränkte Zuneigung gebührt. Christian Heiß beispielsweise, der einer der liebenswertesten Gesprächspartner und Menschen ist, die ich jemals auf
solchen Veranstaltungen kennen lernen durfte. Der mich auch schon mehr als heldenhaft ertrug, als ich ihn im letzten Jahr auf der Comic Action in Essen stundenlang unter zunehmendem Alkoholeinfluss zulaberte. Und
der trotzdem dabei immer freundlich und nett blieb.
Leider ist er aber schuld daran, dass ich auch dieses Jahr wieder Unmengen an Geld für Comics
ausgab, weil er mir einen Stand zeigte, der unglaubliche Prachtstücke für den halben Preis unters Volk schleuderte. Ein guter Kerl wie er gleicht so manch üble Miesgurke locker aus, die man ansonsten so antreffen
könnte. Außerdem gelingt es ihm als Übersetzer, so manches im Original dröge Heft noch derart aufzupeppen, dass es mir zu gefallen weiß. Hiermit sei ihm ein langes und produktives Leben beschieden.
Auch der/die/das Naatz erblickte ich mit großer Zuneigung, hatte dieses Jahr aber leider nicht
genug Zeit und Gelegenheit, mich einem ausführlichen und unterhaltsamen Gespräch mit ihm zu widmen. Somit sei er hier nur kurz gegrüßt, ich habe ihn nicht vergessen und werde mich ihm auf der nächsten Messe
intensiver widmen, wenn es das Schicksal erlaubt.
Gesegnet sei auch Josef (Flash) Rother, mit dem ich zahlreiche brauchbare Gespräche führte, da
wir uns auch dauernd über den Weg liefen. Da wir die Nacht in der selben Spelunke verbrachten, hatten wir auch noch das Glück, eine gemeinsame Abendmahlzeit beim Griechen um die Ecke einzunehmen. Leider mussten
wir feststellen, dass der Grieche in diesem Fall keiner war.
Vielmehr wurde uns ein reichliches Panoptikum an Meeresfrüchten beschert. Immerhin standen knapp
sechs Gerichte auf der Speisekarte, von denen vier sogar problemlos erhältlich waren. Logischerweise zählte das Essen, für welches ich mich zuerst entschied, zu den restlichen beiden Gerichten, die nur Samstags
erhältlich waren.
Schmeckte überraschenderweise aber trotzdem gar nicht mal so übel, was man mir als Alternative
servierte. Erschöpft durch den langen Hitze-Tag gelang es mir nicht einmal mehr, mich standesgemäß zu betrinken. Dafür gingen wir beide früh (getrennt) zu Bett, wo ich ihm das Einschlafen noch ein wenig mit
furzen und schnarchen versüßte (Sorry, Alter. Hoffe, Du hast nicht zu tief eingeatmet).
Jedenfalls sah der arme Kerl am nächsten Tag reichlich bleich aus. Erzählte mir aber mit einem
gewissen hintergründigen Grinsen, dass wohl irgend jemand von allen Schlafenden Bild- und Tonaufnahmen gemacht hätte. Fluch über alle, die meine Körpergeräusche für die Nachwelt bannten!
Positiv für den Freitag anzumerken wären zunächst mal auf jeden Fall die Herren Klaus
Scherwinski und Till Lenecke, die ich schon am Vorabend kennen lernen und mit meinem lustigen Kupsmobil zu der Barracke mitnehmen durfte, in der wir alle pennten. Durch meinen und Herrn Rothers Erschöpfungszustand
hatte ich Donnerstag abends leider keine große Gelegenheit mehr zu tiefergehenden Gesprächen.
Konnte dies jedoch noch teilweise am Freitagmorgen nachholen, als ich mit Herrn Scherwinski zum
örtlichen Burgerladen dackelte. Mein Kupsmobil und dessen Geschichte hatte es ihm besonders angetan, da er dauernd in Gelächter ausbrach, als die Sprache auf mein geliebtes Auto kam. Ich hoffe, er hat inzwischen
mal die näheren Hintergründe in einer meiner früheren Kolumnen hier gelesen.
Immerhin konnten mich die beiden sehr sympathischen Herren dazu verleiten, diverse von ihnen
gezeichnete und verfasste Werke zu erwerben, deren Kauf ich bis heute nicht bereue. Ich fordere hiermit also alle meine getreuen Untertanen auf, diese beiden Menschen auf der nächstmöglichen Comic-Messe mit
reichlich Geld zu bewerfen und ihre sehr gelungenen Werke zu erstehen, so wie ich, der König, dies tat. Da man in einer solchen Kolumne wie der meinen problemlose Schleichwerbung betreiben darf und kann, werde ich
dies hiermit auch hemmungslos tun.
Kauft folgende Werke folgender Bürger plus alles was da noch kommen mag:
(Da mich Herr Lenecke sehr gelungen portraitierte, darf er auch den Anfang machen)
- Feuerturm (von Till Lenecke und Ralf Neuradt)
- Kopeck (von Klaus Scherwinski)
Wie schon an anderer Stelle erwähnt stellte ein weiteres Highlight meines Messebesuchs auch das
Aufeinandertreffen mit Frank Neubauer dar. Nicht nur, dass er mein persönlicher Übersetzergott ist und so für so gut wie jeden Verlag dieses Landes schon gute Arbeit in reicher Zahl abgeliefert hat, ist der Mann
auch noch erstaunlich liebenswert und mir in vielen Punkten wesensverwandt. War mir eine große Freude, mit ihm über alle weltlichen Belange im Allgemeinen und Hong Kong- und Taschentuch-Kino im Besonderen zu
philosophieren.
Schmerzlich vermisst habe ich die Anwesenheit des von mir sehr geschätzten und geliebten Timothy
Stahl (Autor, Übersetzer und sinnvoller Mensch), der jedoch gleich mit einer Handvoll legitimer Ausreden für sein Fernbleiben aufwarten konnte.
- Er lebt seit geraumer Zeit in Las Vegas, was von
Erlangen zugegebenermaßen weiter entfernt ist, als von meiner Heimatstadt
- Er heiratete am selben Wochenende und hat auch
noch ein Kind im Ofen, welches bald gar ist (An dieser Stelle noch mal Glückwunsch zu beiden Anlässen, Darling!)
Auch aus dem berüchtigten Comic-Forum waren zahlreiche Personen anwesend, von denen ich leider
nur zwei zufällig traf. Einer davon war Torsten B. Abel, vor dem ich mich am Dino-Stand noch geschickt verbergen konnte, der mir aber am Stand von Marvel später eiskalt auflauerte.
Leider war ich gerade in ein Gespräch über das Schicksal des Universums und nackte Frauen
vertieft, so dass ich weder ihm noch dem wenige Schritte entfernt stehenden Fenris (im stilvollen Green Lantern-Shirt) die gebührende Aufmerksamkeit zuteil werden lassen konnte. Werde mich auf der nächsten Messe
mit einem Kühlgetränk revanchieren, Jungs!
Gruß auch noch an Georg F.W. Tempel, den ich nur knapp verpasst habe. Als ich endlich schnallte,
mit wem sich Frank Neubauer so angeregt unterhielt, als wir am Ehapa-Stand rumgammelten, war er auch schon wieder entschwunden. Nuja, next time.
Natürlich konnte es auf einer derart heimatnahen Messe auch nicht unterbleiben, dass ich
Eingeborene aus meinem Kaff traf. Ich hatte in diesem Fall jedoch Glück, da es sich in beiden Fällen um von mir sehr gern gesehene Menschen handelte. Gegrüßt seien hiermit also auch die überaus niedliche
Christina, die ich heutzutage leider viel zu selten das Glück zu treffen habe, sowie mein alter Trink- und Lachkumpane Helmut, den ich für seinen Lehrerjob niemals beneiden werde.
Hmmm, ist irgendwie schon merkwürdig. Beim nochmaligen Überfliegen dieser Zeilen hier fiel mir
gerade auf, dass dies ein von meiner üblichen Norm abweichendes Schriftstück ist. Ich spare nicht mit reichlich Lob, meide die Verwendung übelster Schimpfwörter und schreibe eigentlich so gut wie keine Zeile
über das, was ich eigentlich schreiben wollte, nämlich die Comic-Messe an sich.
Dies könnte natürlich auch daran liegen, dass ich außer den bisher erwähnten Sachen auf dem
Comic-Salon nicht viel erlebt habe. Die Schuld daran liegt auch zu einem nicht unbeträchtlichen Teil an der Hitze und meiner Müdigkeit, die verhinderten, dass ich beispielsweise diesmal an auch nur einer der
üblichen Messe-Parties oder einem der Routine-Saufgelage teilnahm, die zu solchen Anlässen für gewöhnlich stattfinden.
So beschränkte sich mein Alkoholkonsum diesmal auf lächerliche zwei Biere, die ich auf zwei
Tage verteilt genoss. Geradezu beschämend, wenn man bedenkt, dass ich auf der letzten Comic Action bereits zwei Stunden nach meiner Ankunft kaum noch in der Lage war, mich vernünftig zu artikulieren.
Tja, eigentlich wollte ich dann am Freitagabend oder Samstagmorgen noch weiterfahren nach Köln,
um dem berüchtigten Colonia-Con beizuwohnen und mit Claudia Kern und Ronald Hahn ordentlich Fuselgetränke zu vernichten. Leider fiel ich aber kurz nach meiner Ankunft zuhause am Freitagabend in ein bedenklich
tiefes Koma, aus welchem ich erst am späten Samstagnachmittag wieder erwachte.
So gesehen aber ganz gut, dass ich es nicht schaffte, sonst wäre ich wahrscheinlich heute noch
nicht fit genug gewesen, diese Zeilen hier zu verfassen.
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