News und Updates
Wohin sonst noch, mein Koenig?

Letztes Update:
02/06/01
 

Letzte warme Mahlzeit:
31/01/01
 

© 2001 bei Steve Kups

Derzeit deaktiviert wegen Umbau
Die KupsKam ist derzeit deaktiviert.

Mittwoch, 2. August 2000 (15:36 Uhr): Samstage

Der heutige Tag ist, wie so viele schon vor ihm, irgendwie nicht der meine. Er begann irgendwie schon mal viel zu früh, als ich von meinem eigenen Gefurze wach wurde. Es roch recht übel und mir war sehr schlecht. So war auch eine meiner ersten Handlungen des Tages, wie der geölte, jedoch leicht torkelnde Blitz aufs Klo zu rennen und mich zuckend und lautstark zu übergeben. Der gestrige Abend ist mir nur noch schemenhaft im Gedächtnis haften geblieben, schuld daran ist wohl mal wieder der böse Alkohol. Geächtet sei das Teufelszeug!

Eine meiner verschwommenen Erinnerungen handelte davon, dass ich zu einer Freundin reichlich unzüchtige Worte sprach. Ich hoffe, es handelt sich hierbei lediglich um einen bösen Traum. Werde vorsichtshalber ein paar Tage das Haus nicht verlassen und beobachten, ob mir jemand in den Briefkasten scheißt.

Mein böser Traum von neulich, als ich von meiner nächsten Visa-Kartenabrechnung träumte, ging übrigens in Erfüllung. Werde diesen Monat von Wasser und Brot leben müssen. Wobei ich noch nicht ganz sicher bin, ob ich mir das Brot wirklich leisten kann. Seufz.

Etwas blamabel war es dann auch noch vorhin, als ich gegen die Mittagsstunde meinen Cousin Anderl anrief. Mit diesem gehe ich nämlich oft und gerne an Samstagen zum Griechen, um mich an allerlei fremdländischen Köstlichkeiten zu delektieren.

So wollte ich dies eben auch heute tun, wurde dann aber von einem recht erstaunten Anderl, der gerade in einer entfernten Stadt sein Tagewerk verrichtete, lakonisch darüber informiert, dass heute keinesfalls ein Samstag sei, wie ich es in meinem verkaterten Zustand automatisch annahm. Das hat man nun davon, wenn man ausnahmsweise mal unter der Woche einen Kleinen heben geht, anstatt wie sonst nur Freitags. Die höhnischen Kommentare und das peinsame Gelächter seiner Arbeitskollegen, die das Gespräch mitverfolgten, gaben mir dann noch den Rest.

Deprimiert legte ich auf und fuhr mit dem Taxi in die Stadt, mein dort geparktes Auto abholen. Erstaunlicherweise war ich gestern scheinbar zu betrunken gewesen, um es wiederzufinden und damit nach Hause zu fahren. Ob dies eine der wundersamen Neuerungen war, welches der letzte Jahreswechsel mit sich brachte? Ich kann es nicht mit Bestimmtheit sagen. Es ist allerdings nicht unwahrscheinlich, dass ich einfach am Vortag nicht mehr wusste, dass ich ein Auto besitze.

Da ich schon mal in der Stadt war, nutzte ich die Gelegenheit zum Einkauf von Nahrung. Selbstverständlich bei meinem Lieblings-Drive-In. Zu meiner großen Überraschung verlief die dortige Nahrungsbeschaffung ohne jede Art von Problemen. Wobei ich immer noch an die Szene denken muss, die sich vor einigen Tagen dort abgespielt hat.

Als mir nämlich direkt auf der (logischerweise linksseitig verlaufenden) Bestellspur ein reichlich lädierter Mensch in einem ebenso lädierten Automobil in falscher Richtung entgegenkam, lautstark hupte und mir aus dem geöffneten Seitenfenster zubrüllte: "Wir sind hier doch nicht in England, wo alle links fahren, du Bauer!"

Ich schwöre bei Gott, manche Aminosäureverbindungen haben mehr Intelligenz als die meisten Menschen, die mir hier tagtäglich über den Weg laufen. Respektive fahren.

Aber es soll die Aufgabe des lieben Gottes sein, diese Knallschoten eigenhändig zu richten, wenn der Zeitpunkt gekommen ist. Meine Bestimmung ist es lediglich, jeder einzelnen dieser gehirngeschissenen Vollpfeifen mindestens einmal im Leben persönlich zu begegnen.

Ich bin wahrlich gesegnet.

Selbstredend, dass ich, als ich wieder zu Hause ankam, das vorher Verzehrte wieder unverzüglich den geheimnisvollen Abgründen meiner Kloschüssel übergab. Ich hasse es, mich mit vollem Magen zu erbrechen. Artet manchmal richtig in Arbeit aus, die ganzen Stücke aus der Nase zu pulen.

Aber man kann es sich halt nicht immer aussuchen, right? A man's gotta do what a man's gotta do. There is no sense in running.

Apropos "running". Hat mich sehr amüsiert, zu lesen, dass es bald eine neue Gameshow in der Art von "Running Man" geben wird. Dabei muss sich ein Kandidat für einen bestimmten Zeitraum in einer großen Stadt verstecken und seinen Verfolgern entkommen, während er gleichzeitig irgendwelche dämlichen Aufgaben zu erledigen hat. Gleichzeitig wird für die Zuschauer die Förderung des Denunziantentums nicht nur empfohlen, sondern durch Androhung von Geldpreisen sogar vorausgesetzt.

Ich empfehle bei der Verfolgung den Einsatz von Kampfhunden, um den Spaßfaktor ein wenig aufzupeppen. Geradezu langweilig mutet es an, dass man den Verfolgten nicht einmal durch Anwendung körperlicher Gewalt oder geschickt verlegte Bärenfallen an der Flucht hindern darf. Hier ist eine leichte Überarbeitung des Konzeptes wohl dringend erforderlich.

Nachtrag vom darauf folgenden Samstag:

Hätte ich vorher gewusst, was mir am Freitag wieder alles passiert, ich hätte mich wahrscheinlich selbst aus dem Leben genommen. Oder zumindest versucht, meinem Schicksal den ein oder anderen Schubs in einer andere, bessere Richtung zu geben.

Ich habe es mir nicht ohne Grund zur Regel gemacht, eigentlich nur noch dann im stockbetrunkenen Zustand auf Frauen zu treffen, wenn diese mich lange, gut und anders kennen. Was mir Freitags mal wieder nur anfangs gelang.

Nachdem ich eine lose getroffene Verabredung mit einer sehr lieben, mir aber noch nicht näher bekannten Frau durch Zufall umgehen konnte, verbrachte ich einen sehr angenehmen und trinkfreudigen Abend mit Monika, meiner besten Freundin in diesem Universum.

Fatal wurde es erst dann, als ich die kurz vorher mit Mone getroffene Vereinbarung: "Du pennst heute mal wieder bei mir und wir sehen uns Filme an, bis wir kotzen" gegen Mitternacht spontan umänderte in: "Fahr' mich bitte mal eben zu einer anderen Kneipe, ich hab' heute irgendwie doch keine Zeit mehr, weil ich noch unbedingt diese andere Frau treffen will".

Jeder, der mich in stark alkoholisiertem Zustand kennt, weiß, dass dies ein reichlich dämlicher Fehler war und ich besser das nächste Klo aufgesucht hätte, um mich darin zu ersäufen.

Ich erinnere mich gottlob nur noch sehr undeutlich und verschwommen an den Rest des Abends, den ich zu einem geringen Teil mit der Frau verbrachte, die ich treffen wollte.

Erinnerungsfetzen an Aussagen von mir, die wie "Du musst mir unbedingt hörig werden!" oder "Heirate mich und trage meine Kinder unter deinem Herzen!" und ähnlich klangen, reichen allerdings, um mich auch heute noch in tiefe Pein und Verzweiflung zu stürzen.

Sie hat es dann wohl irgendwann ein paar Stunden später gegen Lokalschluss geschafft, meinen wirren Ausführungen zu entkommen, während ich mich ein paar Stockwerke weiter hoch zu ein paar befreundeten Wesen verzog, wo ich beinahe augenblicklich auf dem mir dargebotenen Sitzmöbel in eine tiefe, aber gerechtfertigte Bewusstlosigkeit verfiel.

Natürlich erst, nachdem mir die Herrin des Hauses zu meinem weiteren Entsetzen mitteilte, dass ich sie wohl neulich im Zuge eines anderen Vollsuffs hemmungslos im Beisein ihres Ehegatten abgeknutscht hätte.

Ich nutze diesen Augenblick, um mich kollektiv bei allen Menschen zu entschuldigen, die mich in der Vergangenheit bei solchen oder ähnlichen Gelegenheiten ertragen durften.

Ich weiß, was ich an Euch allen habe und ich verdiene Euere Freundschaft nicht. Freue mich aber natürlich trotzdem, dass ich im Suff fast alles anstellen kann, ohne dass mir dafür jemand eine Kniescheibe wegschießt. Im Gegenteil, es gibt scheinbar immer noch trotz allem, was ich verbreche, zahlreiche Menschen, die mich zu mögen scheinen.

Bin schon irgendwie ein verdammt glücklicher Bastard.

Ich liebe Euch alle! Aber ihr tut meist gut daran, mich daran nicht zu erinnern, wenn ich mal wieder blau bin.